Technische Spezifikationen
Die technischen Spezifikationen von XBAU basieren auf den Vorgaben der XÖV-Architektur und nutzen etablierte, offene und anbieterneutrale Technologien. Zentrales technisches Element sind XML-basierte Datenformate, mit denen fachliche Inhalte strukturiert und maschinenlesbar beschrieben werden. Die Struktur, Typisierung und zulässigen Inhalte der Daten werden durch XML-Schemas (XSD) verbindlich festgelegt. Diese Schemas definieren sowohl das Kernmodul als auch die jeweiligen Fachmodule und bilden die Grundlage für Validierung, Datenaustausch und Weiterverarbeitung in Fachverfahren.
Darüber hinaus spezifiziert XBAU standardisierte Nachrichtentypen, die festlegen, wie Daten zwischen Systemen übertragen werden. Diese Nachrichtentypen bilden unterschiedliche fachliche Kommunikationsanlässe ab, etwa Antragseinreichungen, Nachforderungen, Stellungnahmen, Bescheide oder Statusmeldungen. Ergänzend werden technische Metadaten, Referenzierungsmechanismen und Regeln zur Versionierung definiert, um eine konsistente und nachvollziehbare Kommunikation über System- und Organisationsgrenzen hinweg zu gewährleisten.
XBAU macht zudem Vorgaben zur semantischen Bedeutung der Daten. Neben der reinen Struktur wird festgelegt, wie einzelne Elemente fachlich zu interpretieren sind, welche Abhängigkeiten bestehen und welche Felder verpflichtend oder optional sind. Diese semantische Präzisierung ist ein wesentlicher Bestandteil der technischen Spezifikation und unterscheidet XBAU von rein syntaktischen Austauschformaten.
Auslieferungsgegenstände
Der Standard XBau wird – wie alle XÖV-Standards – nicht nur als einzelnes Datenschema ausgeliefert, sondern als Satz klar definierter Auslieferungsgegenstände, die gemeinsam die fachliche, technische und organisatorische Nutzung ermöglichen. Im Folgenden werden diese einzelnen aufeinander abgestimmten Artefakte erläutert.
1. Fachliches Datenmodell – Spezifikation
Das fachliche Datenmodell beschreibt die inhaltliche Struktur der Bauverwaltungsdaten unabhängig von der technischen Umsetzung.
Inhalte:
- Fachobjekte (z. B. Bauvorhaben, Antrag, Grundstück, Beteiligte)
- Attribute und Beziehungen
- Fachliche Begriffsdefinitionen
- Versions- und Release-Dokumentation
Zweck:
- Gemeinsames fachliches Verständnis zwischen allen Beteiligten
- Grundlage für die technische Modellierung (XML-Schemata)
- Unterstützung der fachlichen Interoperabilität
2. XML-Schemas (XSD)
Die XML-Schemas (und deren Äquivalente wie original Fachmodell XMI, original Fachmodell proprietaer und Schatten-XSDs für Architektensoftware) setzen das fachliche Datenmodell technisch um.
Inhalte:
- Definition der Nachrichtentypen (z. B. Antrag, Bescheid, Rückfrage)
- Struktur, Datentypen, Kardinalitäten
- Namensräume und Versionierung
Zweck:
- Maschinenlesbare Validierung von XBau-Nachrichten
- Einheitliche Implementierung in Fachverfahren
- Sicherstellung syntaktischer Interoperabilität
3. Codelisten
Codelisten dienen der Vereinheitlichung von Fachinhalten.
Inhalte:
- Schlüsselverzeichnisse (z. B. Art des Bauvorhabens, Verfahrensarten)
- Verweise auf externe Register (z. B. XÖV-Codelisten, DIN-Normen)
- Versionierte und gepflegte Wertebereiche
Zweck:
- Semantische Eindeutigkeit
- Automatisierte Weiterverarbeitung
- Vermeidung freier Texteingaben
4. Ergänzende Artefakte
- Schematron-Geschäftsregeln - Schematron-Regeln prüfen XML-Daten fachlich und logisch, über die reine Strukturprüfung von XSD hinaus. Sie stellen z. B. sicher, dass Pflichtfelder abhängig von anderen Angaben korrekt befüllt sind oder dass Daten konsistent zueinanderstehen. So unterstützen sie die fachliche Validierung und automatisierte Verarbeitung von XBau-Nachrichten.)
- Implementierungshilfen, z. B. Diff-Dokumente, die die Änderungen zu Vorgängerversionen sichtbar machen und Mappingtabellen
- DVDV-Eintragungskonzept und WSDL-Dateien
Gesamtzusammenhang
Die Auslieferungsgegenstände von XBau decken alle Ebenen der Interoperabilität ab:
