Wie wird der XBau Standard entwickelt?

Der Standard XBAU wird in einem formalisierten, kooperativen und kontinuierlichen Verfahren entwickelt, das sich an den Grundsätzen der XÖV-Standardisierung orientiert. Ziel dieses Entwicklungsprozesses ist es, einen bundesweit einsetzbaren, fachlich konsistenten und technisch belastbaren Standard bereitzustellen, der die Anforderungen von Bauverwaltungen, Antragstellenden und IT-Systemen gleichermaßen berücksichtigt. Die Entwicklung ist dabei nicht einmalig, sondern als fortlaufender Lebenszyklus angelegt.

Ausgangspunkt der Entwicklung von XBAU sind fachliche und rechtliche Anforderungen aus dem Bauordnungsrecht sowie aus der Verwaltungspraxis. Diese ergeben sich unter anderem aus gesetzlichen Änderungen, neuen digitalen Verwaltungsleistungen (z. B. im Kontext des Onlinezugangsgesetzes), fachlichen Bedarfen der Bauaufsichtsbehörden oder Rückmeldungen aus dem operativen Einsatz. Solche Anforderungen werden gesammelt, priorisiert und in konkrete fachliche Fragestellungen überführt, etwa zur Abbildung neuer Antragsarten, Nachweise oder Prozessschritte.

Die fachliche Ausarbeitung des Standards wird in spezialisierten Arbeits- und Expertengremien, in denen Vertreter von Bund, Ländern, Kommunen, Fachbehörden sowie IT-Dienstleister und Softwarehersteller erarbeitet. In diesen Gremien werden fachliche Inhalte diskutiert, harmonisiert und in ein gemeinsames Verständnis überführt. Dabei spielt die Abstimmung zwischen föderalen Besonderheiten und dem Ziel einer bundesweiten Einheitlichkeit eine zentrale Rolle. Abweichende Landesregelungen werden analysiert und – soweit möglich – in einem gemeinsamen Datenmodell abgebildet oder über definierte Erweiterungsmechanismen berücksichtigt.

Auf Basis der fachlichen Abstimmungen wird das XBAU-Datenmodell entwickelt und weiterentwickelt. Dieses beschreibt strukturiert, welche Informationen in einem Bauverwaltungsverfahren ausgetauscht werden, wie diese fachlich zu interpretieren sind und in welcher Beziehung sie zueinanderstehen. Parallel dazu werden die technischen Spezifikationen erstellt, insbesondere XML-Schemas, Nachrichtentypen und Schnittstellenbeschreibungen, die den interoperablen Datenaustausch ermöglichen. Dabei wird auf Konsistenz mit anderen XÖV-Standards geachtet, um die übergreifende Anschlussfähigkeit innerhalb der öffentlichen Verwaltung sicherzustellen und die Entwicklungsaufwände entsprechend klein zu halten.

 

PruefungXBau

 

Ein wesentlicher Bestandteil der Entwicklung ist die Qualitätssicherung. Neue oder geänderte Inhalte werden fachlich geprüft, technisch validiert und auf ihre Praxistauglichkeit hin bewertet. Häufig fließen dabei Erfahrungen aus Pilotprojekten, Testimplementierungen oder produktiven Einsätzen in Behörden ein. Rückmeldungen aus der Praxis werden systematisch ausgewertet und führen gegebenenfalls zu Anpassungen oder Präzisierungen des Standards.

Bevor eine neue Version von XBAU veröffentlicht wird, durchläuft sie einen formalen Abstimmungs- und Beschlussprozess innerhalb der Gremienstrukturen. Dieser stellt sicher, dass der Standard breit getragen ist und verbindlich eingesetzt werden kann. In diesem Zusammenhang werden auch Versionierung, Migrationshinweise und Übergangsfristen definiert, um den Einsatz in bestehenden IT-Landschaften planbar zu gestalten.

Nach der Veröffentlichung eines Releases endet der Entwicklungsprozess nicht, sondern geht in eine Pflege- und Weiterentwicklungsphase über. Der Standard wird kontinuierlich beobachtet, an neue rechtliche Rahmenbedingungen angepasst und funktional erweitert. Gleichzeitig wird darauf geachtet, die Stabilität des Standards zu wahren und Abwärtskompatibilität soweit wie möglich sicherzustellen, um Investitionssicherheit für Verwaltung und Softwarehersteller zu gewährleisten.

Aktuelle Termine und Protokolle vergangener Sitzungen finden Sie hier[HJ1] .

Bei Interesse an einer Mitarbeit im XBAU-Expertengremium können Sie sich formlos unter xleitstelle@gv.hamburg.de melden.