Mehrwert des Standards XBau

Erstellung und Einreichung Bauantrag

Durch die Nutzung des Standards kann eine verbesserte Interoperabilität zwischen Systemen verschiedener Akteure geschafft und Produktivität im Genehmigungsprozess erhöht werden.

Architekten und Fachplaner erstellen XBau-konforme Bauvorlagen und reichen diese auf elektronischem Wege bei der Bauaufsicht ein. Ist der Bauantrag bei der Behörde eingegangen, wird er automatisch mit einem Aktenzeichen versehen und der Einreichende erhält eine rechtsverbindliche Nachricht als Eingangsbestätigung. Bei der Bauaufsicht entfällt dadurch die bisherige manuelle Registrierung des Antrags durch einen Mitarbeiter und die Weitergabe per Hauspost.

Im Idealfall werden die eingereichten Unterlagen automatisch auf Vollständigkeit überprüft und soweit möglich auf inhaltliche Plausibilität. Die digitalen Bauvorlagen ermöglichen eine schnelle und medienbruchfreie Bearbeitung durch die Fachdienststellen, deren IT-Systeme XBau-kompatibel sind.

Während der Bearbeitung eines Antrages können Architekten und Fachplaner elektronisch auf Pläne, Fachdaten und sonstige Informationen zugreifen und die Daten in ihre IT-Systeme übernehmen. Dadurch erhöht sich die Sicherheit auf Seiten der Planer. Sie können Informationen über den Sachstand erhalten und den Status der Bearbeitung einsehen.

Von außen betrachtet ändert sich durch die Nutzung eines Standards und durch eine verbesserte Interoperabilität wenig am Gesamtablauf bei der Erstellung eines Bauantrags. Die Veränderungen ergeben sich vielmehr durch den Wegfall von Medienbrüchen, durch die Bereitstellung elektronischer Informationen und Daten sowie durch eine automatisierte Vorprüfung, die die Anzahl der Kontakte zwischen den Akteuren reduziert.

 

Verpflichtende Erhebung statistische Daten

Für die Erhebung der Hochbaustatistik ist zukünftig kein zusätzliches Formular mehr erforderlich. Vielmehr werden die erforderlichen Daten aus dem Baugenehmigungsverfahren weiterverwendet und direkt an das Statistische Bundesamt übermittelt. Dort werden mit XStatistik bereits semantische Standards verwendet, so dass entsprechende Schnittstellen genutzt werden können. Die bisher übliche, aber formal nicht vorgesehene Kontrolle bzw. Nacherhebung durch Landesstatistikämter ist somit nicht mehr erforderlich.

Die Daten stehen damit auch anderen Akteuren, wie beispielsweise politischen Vertretern und privaten Investoren in umfangreicherer und höherer Qualität zur Verfügung. Dies ermöglicht Standort- und Wettbewerbsvorteile.

 

Interkommunale Zusammenarbeit

Der Prozess zur Erteilung einer Baugenehmigung wird durch die Standardisierung auch in länderübergreifenden Metropolregionen von allen Bauaufsichtsbehörden in der konkreten Abwicklung gleich gehandhabt. Dadurch verringert sich der Aufwand für die Antragsteller. Eine Angleichung der Prozesse und Vereinheitlichung der Daten erleichtert die Zusammenarbeit über die unterschiedlichen Stufen der Verwaltungshierarchien hinweg.

 

Verzahnung von XPlanung und XBau

Architekten und Fachplaner greifen für ihre Entwürfe eines Bauvorhabens auf gültige Planwerke, wie beispielsweise Bebauungspläne oder Raumordnungspläne zu. Diese liegen digital und standardisiert im Format XPlanung vor. So können die Pläne und dazugehörige Geodaten direkt in die IT-Systeme der Architekten oder Fachplaner integriert sowie mit anderen Daten verknüpft und miteinander abgeglichen werden. Den Bauaufsichtsbehörden bietet der Zugriff auf die digitalen Planungsdaten die Möglichkeit, Bauanträge automatisiert zu prüfen.

Als Ergebnis können Unternehmen Standorte vorauswählen, und sie reduzieren dadurch die Zahl der Orte, die persönlich aufgesucht werden müssen. Durch diese Vorauswahl am Schreibtisch verringert sich auch der Aufwand für die Kommunen, die nicht mehr aufwendig auf Anfrage Pläne zusammenstellen müssen. Ein einfach zugängliches und umfassendes Informationsangebot der Verwaltung kann ein Standortfaktor sein, da es ein kooperatives Bild der digitalen Verwaltung nach außen vermittelt.

 

BIM als Ausblick für den XBau-Standard

In einem Modell, in dem es keine herkömmlichen Bauvorlagen mehr gibt, sondern ein 3D-Modell nach dem Building Information Modeling-Ansatz (BIM) eingereicht wird, sind alle Fachplanungen, Komponenten- und Materialbeschreibungen, Stammdaten zum Bauherrn und Architekten enthalten. Dieser Detaillierungsgrad reduziert den Aufwand für die Prüfung, und der Genehmigungsprozess wird beschleunigt.

BIM ermöglicht die raumbezogene Prüfung am digitalen 3D-Modell. Alle relevanten Informationen und Daten zu einem Bauwerk lassen sich digital erfassen, verwalten und in einer transparenten Kommunikation zwischen allen beteiligten Akteuren austauschen.

Überschneidungen oder Kollisionen können durch BIM überprüft sowie verschiedene Planungsvarianten simuliert werden. Änderungsbedarfe der Bauaufsichtsbehörde werden im Format XBau an den Fachplaner zurückgemeldet. Hierdurch lassen sich auf Seiten der Verwaltung und im späteren Projektverlauf hohe Kosten und Verzögerungen vermeiden.

Durch die direkte Prüfung und Eingabe von Stellungnahmen am (Teil-)Modell sind keine zusätzlichen separaten Dokumente mehr erforderlich. Alles wird integriert. Eine weitere Folge ist, dass Behörden und die Politik sehr genaue Kenntnisse zum Baubestand und damit eine bessere Grundlage für die Stadtplanung erhalten. Insgesamt ändert die 3D-Modell-basierte Planung nicht nur die Arbeit der Planenden, sondern auch der Verwaltungen insgesamt. Die Potenziale liegen also hier im übergreifenden Bereich, da die Automatisierung und Integration sowie die Analysemöglichkeiten aufgrund des Gesamtansatzes sehr viel umfassender möglich sind als in den anderen dargestellten Potenzialen.